3 Pole – Erinnerungen

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3 Pole –  Erinnerungen

 

Am 20.11.2025   hielt Bruno Klausbruckner (Jahrgang 1945) im bis auf den letzten Platz gefüllten  Saal des Bezirksmuseums Josefstadt einen sehens- und hörenswerten Vortrag. Die folgenden Zeilen sollen all jenen, die nicht dabei sein konnten, einen kurzen Rückblick auf den Vortrag bieten.

Mit den 3  Polen waren Antarktis, Arktis und Himalaya gemeint, wo er jeweils mehrfach an abenteuerlichen Expeditionen teilgenommen hat. Viele davon hat er selbst organisiert.

Neben den 3 Polen berichtete er über zahlreiche weitere Abenteuer aus seinem an Erlebnissen reichen Leben. Besonders eindrücklich die 14 monatige Afrikafahrt mit einem LKW in den Jahren 65/66, die ihn teilweise durch Kriegsgebiete geführt hat. Dabei wurde alles erstiegen und erklettert, was der “Afrika an Unebenheiten aufweist“, vom Tibesti über den Kamerunberg zu den Drakensbergen und dem Tafelberg. Höhepunkte: in Südafrika die 15. Ersteigung des Devil´s Tooth (Normalroute VI+), in Ostafrika Mount-Kenya-Ostwand, zweite Begehung und erste Begehung eines direkten Ausstiegs; Kenya-Nordwand, vierte Begehung; Ruwenzori u.a.

1968 war er im Rahmen der „Fritz Kasparek Gedächtnis Expedition“ insgesamt 6 (!) Monate in Südamerika, dabei wurde die Cordillera Barroso überaus gründlich erschlossen (Ersteigung und Vermessung von 66 Gipfeln über 5.000 m, davon 63 erstmals). Höhepunkt dieser Fahrt war die Erstbegehung der Nordwand  bzw. die 5. Besteigung des Salcantay (6271m), an dem Fritz Kasparek und Toni Matzenauer im Jahr 1954 tödlich abgestürzt sind.  

Im Himalaya hat Bruno im Jahr 1979 mit der 3. Besteigung des Lhotse (8.511 m) Alpingeschichte geschrieben. Heute kaum vorstellbar ist, dass damals der Khumbu Eisfall selbst versichert werden musste. Den Beruf der ice-doctors gabs damals noch nicht.

Die eisigen Landschaften in hoch im Norden (Grönland, Spitzbergen, Franz Josefs Land) und ganz in Süden (Antarktis) hatten es Bruno besonders angetan. Wiederholt führte er Expeditionen in diese Gebiete durch und konnte dabei immer wieder anspruchsvolle Erstbegehungen machen, doch verfolgte er dabei nicht nur alpinistische Ziele.

Ihm war bewusst, dass die Ökosysteme durch den Ressourcenhunger großer Industrienationen in höchstem Maße gefährdet sind. 1990 verbrachte er ein Jahr als Leiter einer Greenpeacestation in der Antarktis, überwachte dabei die Entsorgungspraxis internationaler Forschungsstationen und kämpfte erfolgreich (gewaltlos) gegen die Errichtung einer Landebahn in einem Pinguinbrutgebiet.

Die erlebten und überlebten Abenteuer Brunos füllen ganze Bücher (u.a. Ausgangspunkt Antarktis).

Hier sei noch erwähnt, dass Bruno jahrzehntelang als Bergrettungsmann in der Ortsstelle Wien mit dem Stützpunkt Krempelhütte aktiv war, nicht nur langjähriges Mitglied der Bergsteigergruppe, sondern auch Ehrenmitglied des Österreichischen Alpenklubs ist  –                                                              und regelmäßig in der Halle klettert.