{"id":22733,"date":"2026-02-21T15:44:56","date_gmt":"2026-02-21T14:44:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gebirgsverein-services.at\/gruppen\/?page_id=22733"},"modified":"2026-03-05T14:03:32","modified_gmt":"2026-03-05T13:03:32","slug":"2024-erinnerungen-an-unsere-aktivitaeten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.gebirgsverein-services.at\/gruppen\/fachgruppen\/blinde-und-sehschwache\/wandererinnerungen\/2024-erinnerungen-an-unsere-aktivitaeten\/","title":{"rendered":"2024 Erinnerungen an unsere Aktivit\u00e4ten"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-22923 lazyload\" data-src=\"http:\/\/www.gebirgsverein-services.at\/gruppen\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/GV_gruppe-blinde-und-sehbehinderte_menschen_Logo_4c_wide_pos-300x148.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"148\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 300px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 300\/148;\"><\/h3>\n<h3><strong>7. Dezember 2024 &#8211;&nbsp;Matsch befl\u00fcgelt Feierstimmung<\/strong><\/h3>\n<p>Jedes Ding hat zwei Seiten, sagt das Sprichwort; und so auch der Kleinmorast, den wir bei unserer Adventwanderung am 7. Dezember 2024 von Kritzendorf \u00fcber den Wei\u00dfen Hof zur Redlingerh\u00fctte an einer Stelle durchwanderten. Wegen der durch den vorangegangenen Regen teilweise eingebrochenen Nebenwege mussten wir n\u00e4mlich die Wanderung k\u00fcrzen \u2013 und hatten mehr Zeit zum Feiern.<br \/>\nDabei hatten wir mit dem Wandertag gro\u00dfes Wettergl\u00fcck. Bei angenehmen Temperaturen wanderten wir von Kritzendorf aufw\u00e4rts zum Wei\u00dfen Hof und wurden von Sonnenstrahlen begleitet. Der freundliche Laubwald vertiefte den Eindruck eines hellen Fr\u00fchwintertages. Und diesmal klappte es mit dem Panorama bestens, wobei eine der Begleitpersonen belustigt vermerkte, dass die \u201ebl\u00f6de Natur\u201c ein Hindernis f\u00fcr den vollen Rundblick sei. Davor aber gab es einen recht steilen Anstieg zu schaffen, den wir uns mit Geplauder verk\u00fcrzten.<br \/>\nEin kleines St\u00fcck Matsch bekamen wir dann trotzdem serviert, und zwar beim Zugangsweg zur Redlingerh\u00fctte. Etwa 100 m Wegst\u00fcck war aufgeweicht, so dass wir durch den seichten Morast stapfen mussten. Unsere Schuhe wirkten danach leicht ver\u00e4ndert . . . Ganz ohne Abenteuer geht es nun einmal nicht.<br \/>\nNach gutem Essen in gem\u00fctlicher Runde feierten wir bei von unseren Begleitpersonen gebackenen Keksen und bei weihnachtlichen Gitarrenkl\u00e4ngen. Ich vermute, niemand von uns war b\u00f6se auf den Matsch, der unsere Wanderung verk\u00fcrzt hat; denn gerade im Advent steht das Festliche ebenb\u00fcrtig neben dem Sportlichen.<br \/>\nChristine Hinkel<\/p>\n<h3><strong>2. November 2024 &#8211; \u201eGl\u00fcck auf\u201c in Gr\u00fcnbach<\/strong><\/h3>\n<p>Das ungef\u00e4hr war unsere Devise, als wir am Morgen des 2. November vor unserer Wanderung in Gr\u00fcnbach am Schneeberg das dortige Bergbaumuseum besuchten.<br \/>\nFrau Franzi, die Museumsf\u00fchrerin, ist ein echtes Original. Gespickt mit kabarettistischen Einlagen, erstand vor uns die Geschichte des Gr\u00fcnbacher Steinkohlenbergbaus von seinem Anf\u00e4ngen 1825 bis zur Schlie\u00dfung Mitte der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Mich hat angenehm \u00fcberrascht, wie viel schon fr\u00fchzeitig f\u00fcr die Bergleute auf<br \/>\nsozialer Ebene geschehen ist: jede zweite Woche ein Samstag frei, Umstieg auf Nassbohrungen, sobald das Gesundheitsrisiko durch Feinstaub bemerkt wurde; gut ausgestattete Duschen und Umkleider\u00e4ume\u2026Davon konnten seinerzeit die meisten Bergbaugebiete der Welt nur tr\u00e4umen. Eine Darstellung der Geschichte der Hl. Barbara, Patronin der Bergleute, die von ihrem Vater eingesperrt und wegen ihres christlichen Glaubens get\u00f6tet wurde, erg\u00e4nzte unseren Besuch.&nbsp;<br \/>\nDas darauffolgende Wandern in guter Laune und mit interessanten Gespr\u00e4chen f\u00fchrte uns \u00fcber Wege und Anstiege, die mit raschelndem Herbstlaub bedeckt waren. Wir genossen die Sonnenstrahlen und die w\u00fcrzige Luft, f\u00fcr mich eine Art Einladung der Natur, ein Willkommen im Herbstwald, der manchmal im Wind leise rauschte.&nbsp;<br \/>\nGest\u00e4rkt durch ein gutes Mittagessen marschierten wir zur\u00fcck zur Bahnstation und traten die Heimfahrt an. Damit war der Wandertag zu Ende, doch die Erinnerung bleibt!<br \/>\nChristine Hinkel<\/p>\n<h3><strong>13. bis 20. Oktober 2024 \u2013 Ein ganz besonderer Wanderurlaub<\/strong><\/h3>\n<p>F\u00fcr diesen au\u00dfergew\u00f6hnlichen, vielseitigen Wanderurlaub in St. Jakob im Walde\/Steiermark vom 13. Bis 20. Oktober danke ich allen Mitwirkenden; er war f\u00fcr mich ein bleibendes Erlebnis, eine ungew\u00f6hnliche und vor allem au\u00dfergew\u00f6hnliche Zeit. So etwas hat man nicht alle Tage. Darum lasse ich ihn im Geist und im Buchstaben nochmals an mir vorbeigleiten.<br \/>\nSchon die Abholung f\u00fcr uns Betroffene war perfekt organisiert, n\u00e4mlich in den Fahrzeugen des Begleitteams direkt von zu Hause. Im Gasthof Ortner gab es ab sofort K\u00f6stliches zum Genie\u00dfen, als Renner dabei die au\u00dfergew\u00f6hnlich schmackhaften Steinpilze. Doch wer rastet, der rostet, also drehten wir vor dem ersten Abendessen noch eine ordentliche Runde in der Gegend: prachtvolle W\u00e4lder und Wiesen, soweit das Auge reichte \u2013 das gab es tats\u00e4chlich, nur verschleierte der ungew\u00f6hnlich starke Nebel die Sicht. Der dicke Nebel blieb unser Begleiter in der gesamten Wanderwoche. Wir lie\u00dfen uns die Freude aber nicht verderben.<br \/>\nJeden der folgenden Tage wanderten wir nun, begleitet von unserem dortigen Wanderf\u00fchrer Franz, munter durch die Gegend. Ich gestehe aber, ich musste des \u00d6fteren auch kr\u00e4ftig schnaufen und schwitzen trotz der niedrigen Temperaturen. Schlie\u00dflich bin ich Jahrgang 1946 und keine ge\u00fcbte Wanderin. Natur pur war angesagt, bereichert durch viele wissenswerte Einzelheiten, die unser Wanderf\u00fchrer uns lebensvoll nahebrachte. Da fanden sich beispielsweise fast mannshohe Ameisenhaufen mit rund 1 Million Ameisen. Nachdenklich betrachte ich die uneingeschr\u00e4nkte Solidarit\u00e4t und Hilfsbereitschaft der Ameisenpopulation, wie Franz sie schilderte, und frage mich, ob der Menschheit dieser gro\u00dfe Wurf einmal gelingen wird.<br \/>\nDie Sonne lie\u00df uns im Stich, doch standen als Ersatz Pilze in rauen Mengen \u00fcberall. Ganze Pilzfamilien zeigten sich dicht am Wegrand und verlockten unser Begleitteam zum Sammeln. So erklang aus der Gruppe st\u00e4ndig der Freudenschrei dieser oder jener Begleitperson: \u201eSchau dir diese Schwammerln an!\u201c Und sie flitzte los. Die rot gepunkteten Fliegenpilze waren offensichtlich eine Augenweide, nur schade, dass sie giftig sind und daher nicht als Gaumenfreude taugen.<br \/>\nMit der Tierwelt hatten wir einen beeindruckenden Kontakt im Rahmen unserer Alpakawanderung auf dem Biobauernhof Kroisleitner. Die Alpakas, die zu der Familie der Kamele geh\u00f6ren, sind scheue Tiere, lassen sich aber abrichten, um mit Menschen einen Spaziergang zu machen wie ein Hund, der an der Leine geht. So wanderten wir ungef\u00e4hr 1,5 km mit 4 Alpakas entlang einer ausgedehnten Weidefl\u00e4che. Immer wieder gab es Zwischenstopps zum Grasen, dann vermittelte uns die B\u00e4uerin Wissenswertes: Alpakas sind scheu und intelligent, ihre Wolle wird am Winterende bis zu 10 cm lang. Die Tiere lie\u00dfen sich streicheln, haben schon jetzt ein ganz dichtes Haarkleid wie ein Kuschelb\u00e4r. Wir konnten abschlie\u00dfend in die Alpakaweide hinein, und dort gab es eine ber\u00fchrungsfreudige Alpakadame. Sie genoss unsere Liebkosungen und legte sich dabei sogar flach auf den Boden. Im Hofladen konnten wir uns schlie\u00dflich bequem niederlassen und etwas aus dem hochwertigen Produktsortiment des Anwesens erstehen.<br \/>\nIm Zusammenhang mit Tieren muss ich wieder schmunzeln \u00fcber eine Begebenheit am Beginn einer Wanderung, als wir am Eingang unserer Pension Orthofer standen. Dort fand sich eine zutrauliche Katze, die sich pl\u00f6tzlich in unsere Gruppe mischte und Streicheleinheiten einforderte. Dass sie schwarz war, hat mir gefallen, denn ich bin an einem 13. Geboren, und nicht nur das: an einem Freitag, dem 13. Die Katze hat meine w\u00e4rmste Sympathie.<br \/>\nDer Abstecher zur Pfarrkirche von Wenigzell sorgte zus\u00e4tzlich f\u00fcr Abwechslung. Ihr barocker Hochaltar ist erg\u00e4nzt durch gro\u00dffl\u00e4chige Handschnitzereien an den Sitzreihen. So ergab sich f\u00fcr uns als betroffenem Personenkreis Interessantes zu tasten. Die Begleitpersonen beschrieben au\u00dferdem den kunstvollen Altar.<br \/>\nEine Freude waren unsere gem\u00fctlichen Mittagseinkehren w\u00e4hrend der Wanderungen. Dabei hatten wir immer gutes Essen, Spa\u00df und Entspannung. Schade, ich habe die Tannenbutter verpasst, die es auf der letzten Almh\u00fctte zu verkosten gab. Nicht vers\u00e4umt habe ich dagegen das Stamperl Schnaps, das unser Wanderf\u00fchrer Franz uns nach jeder Wanderung servierte, aufgebessert mit lustigen Geschichten und Gstanzln \u2013 hier nur ein ganz kurzes:&nbsp;\u201eA Wossa is a guata Tropfen, wann ma\u2019s mischt mit Moiz und Hopfen\u201c.<br \/>\nDie Zeit nach dem Abendessen verbrachten wir mit Plaudern oder mit Spielen. Ich bin erstaunt, wie viele aus unserer Gruppe pokern konnten. Ich habe nicht die leiseste Ahnung davon, machte nur zum W\u00fcrfeln mit \u2013 und gewann, doch nicht ich, sondern eigentlich meine Partnerin, die f\u00fcr die Strategie zust\u00e4ndig war. Jetzt kann ich mich ein wenig hineindenken in das Prickeln, das kartenspielende Personen erfasst, wenn sie voll Eifer ihr Gl\u00fcck versuchen. Wir spielten nur zum Vergn\u00fcgen, nicht um Geld, da betrachtet man die Dinge locker.<br \/>\nDas Haus Orthofer hat eine interessante Geschichte, die bis in die Endzeit der Monarchie zur\u00fcckreicht. Der Gro\u00dfvater der Familie kannte noch den letzten habsburgischen Monarchen, Kaiser Karl, dem die Liegenschaft hier geh\u00f6rte. Sp\u00e4terhin \u00fcberschrieb Karls Gattin Zitha das Anwesen aus dem Exil in Madeira an die Familie und besuchte den Ort in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Eine unserer Wanderungen f\u00fchrte uns \u00fcbrigens entlang des nahegelegenen Kaiser Karl-Rundwegs.<br \/>\nLachen Sie nicht: Ich war froh, als unser Wanderurlaub zu Ende war, und zwar wegen meines extremen Muskelkaters, der mich vielleicht daran gehindert h\u00e4tte, noch einen weiteren Tag zu wandern. Meine Bewunderung gilt unserem gesamten Begleitteam, das durch seine Feinf\u00fchligkeit und sein Engagement diese Wanderwoche zu einem Erlebnis der Sonderklasse werden lie\u00df.<br \/>\nChristine Hinkel<\/p>\n<h3><strong>5. Oktober 2024 &#8211; Wandern mit viel Kultur in Kirchberg am Wechsel<\/strong><\/h3>\n<p>Das stand bei unserer Wanderung am 5. Oktober 2024 auf dem Programm, und wir kamen voll auf unsere Rechnung. Vor allem neugierig waren wir auf die Besichtigung der Hermannsh\u00f6hle in Kirchberg am Wechsel.<br \/>\nAm fr\u00fchen Morgen ging es von Meidling mit Bahn und Bus an unser Ziel. Bis zur H\u00f6hle hatten wir nur ungef\u00e4hr eine halbe Stunde zu wandern, zuletzt \u00fcber eine Br\u00fccke mit Bach und ein St\u00fcck bergauf. Dann kam die Besichtigung. Der Beginn \u00fcberraschte: Noch bevor wir uns in Bewegung setzten, gingen kunstvolle Tropfsteingebilde zum Betasten in die Runde von Hand zu Hand. Da fand sich etwa ein Stein glatt und elegant wie ein Eiszapfen, ein anderer war zierlich und durchbrochen, ein dritter wuchtig, mit wabenartiger Oberfl\u00e4che . . .<br \/>\nIn der H\u00f6hle selbst durften wir mit Sondererlaubnis vieles betasten. Laut dem H\u00f6hlenf\u00fchrer, Herrn Harald Hoffmann, wachsen die Steine an den betasteten Fl\u00e4chen durch den Hautkontakt 15 Jahre lang nicht weiter. Danke daher f\u00fcr dieses spezielle Tastvorrecht.&nbsp;Da standen nun Steins\u00e4ulen aller Arten und Gr\u00f6\u00dfen, auch ein Riesenfrosch und eine Riesenschildkr\u00f6te., Steinstrukturen wie Zwerge und vieles mehr. Wir erwanderten die Steinwelt der H\u00f6hle \u00fcber insgesamt 200 steile, aber bestens ausgebaute Treppenstufen mit Handlauf, bis wir vom obersten Teil aus wieder ins Freie traten. Ich bin sicher, alle aus unserer Gruppe waren stark beeindruckt.<br \/>\nDas Wandern sollte aber \u00fcber der Kultur nicht zu kurz kommen. So genossen wir die nun folgenden teils bequemen, teils aber auch abenteuerlichen Wege bei Sonnenschein und guter Laune. Ein Highlight dazwischen war die auf einer Anh\u00f6he \u00fcber Kirchberg am Wechsel gelegene St. Wolfgangkirche, ein gotisches Geb\u00e4ude mit einem barocken Hochaltar. Die Kirche hat eine wechselvolle Geschichte und wird derzeit restauriert.<br \/>\nHoch zufrieden und mit vielen neuen Eindr\u00fccken versorgt landeten wir beim ausgezeichneten Mittagessen im Gasthof St. Wolfgang und reisten dann wieder zur\u00fcck nach Wien.<br \/>\nEinen aufrichtigen Dank an die Gruppenleitung und unsere so engagierten, umsichtigen Begleitpersonen. Sie machen diese Wanderungen immer zu einem Sondererlebnis, auch im gegenseitigen pers\u00f6nlichen Austausch.<br \/>\nChristine Hinkel<\/p>\n<h3><strong>20.-21. Juni 2024 &#8211; 2 Tage Wanderung Hochb\u00e4rneck<\/strong><\/h3>\n<p>Am Donnerstag, dem 20. Juni, machten sich 3 Gruppen auf, um das Abenteuer \u201e2 Tage \u2013 Wanderung auf\u2019s Hochb\u00e4rneck\u201c zu erleben. Christiana, Ernst und Albert einerseits, Uschi, Robert und Eva andererseits erreichten die Bahnstation Winterbach mit dem Auto. Renate, Ilse und Sigi kamen ein wenig sp\u00e4ter mit der Mariazellerbahn hier an. Der Himmel war \u00f6fter bedeckt, zun\u00e4chst blies ein st\u00e4rkerer Wind \u2013 momentan war uns geradezu k\u00fchl.<br \/>\nWir stiegen zum Hotel auf, wanderten \u00fcber die Terrasse und anschlie\u00dfend ein kleines Weglein entlang zur Autobuskehre. Von dort folgten wir der alten Stra\u00dfe bergauf, querten die Serpentinenstra\u00dfe und stiegen zu einem Bauernhof auf. Gleich danach machten wir Halt bei einem uralten Marterl. Die Inschrift war \u2013 auch der alten Formulierungen wegen \u2013 nicht einfach zu entziffern. Die Wiesen rundum waren ungem\u00e4ht und voller Bl\u00fcten. Wir lie\u00dfen sie hinter uns und stiegen einen schmalen, etwas ausgewaschenen Steig durch Wald hinan, bis wir ein niedriges Bauernhaus erreichten. Hier begegnete uns wieder die B\u00e4uerin, mit der Robert und Uschi vor drei Wochen geplaudert hatten. Freundlich h\u00e4ngte sie sofort die \u201eelektrische T\u00fcr\u201c aus und lie\u00df uns durchmarschieren. Wie damals war sie dabei, die Rinder von der Weide hinunterzutreiben.<br \/>\nEntlang einer Weide mit Fleckvieh und schwarzen, gefleckten (Holstein) K\u00fchen, ging es bergauf. Manchmal konnten wir rechts und links des Weges reife Erdbeeren pfl\u00fccken. Inzwischen war uns schon recht warm, denn mittlerweile schien l\u00e4ngst die Sonne. Bei einem niedrigen Haus mit verzierten Fenstern, erreichten wir die Anh\u00f6he und freuten uns an der Blumenpracht der Wiesen. Ein Wenig ging es nun bergab, dann trafen wir auf die alte Stra\u00dfe, der wir bergauf bis zum \u00d6tscherblick folgten. Eigentlich wollten wir Tisch und B\u00e4nke f\u00fcr eine Mittagsrast n\u00fctzen, doch die standen an der prallen Sonne, es war viel zu hei\u00df!<br \/>\nWir w\u00e4hlten den Weg rechts in den Wald, gesichert durch einen Schranken. Hier sichteten wir die erste Zyklame des Jahres!<br \/>\nBald blieben wir stehen und verzehrten stehend unseren Imbiss.<br \/>\nBeim Weitergehen im schattigen Wald, tauchte links ein Hochstand auf. Eins, zwei drei \u2013 und Christiana war oben, obwohl es wegen loser Bretter nicht so einfach war. Da konnte Ilse nicht nachstehen!<br \/>\nBergauf, dann eben, vorbei am Gelben Fingerhut, der hier stellenweise in gro\u00dfer Zahl am Wegrand bl\u00fchte, gelangten wir zum \u00dcbergang auf eine gro\u00dfe Almwiese mit einzel stehenden, pr\u00e4chtigen B\u00e4umen. Ganz nahe h\u00f6rten und sahen wir eine Kuhherde. Wir beschlossen, eine kleine Rast einzuschieben. Und das Wunder geschah: pl\u00f6tzlich entfernte sich das Gel\u00e4ute \u2013 die K\u00fche begaben sich in den unteren Teil der Alm, weit weg von uns. Freudig marschierten wir los, bis wir zwangsl\u00e4ufig neuerlich in die N\u00e4he der Herde gelangten. Um nicht mitten durch gehen zu m\u00fcssen, hielten wir uns an den oberen Rand beim Zaun. Hier war die Wiese etwas absch\u00fcssig und so kam es, dass Renate bei einem Schritt von einem heftigen Schmerz durchzuckt wurde. Von da an war das Wandern f\u00fcr sie schmerzhaft.<br \/>\nWir umrundeten die Herde und kamen zum Wegdurchlass, wo uns einige K\u00fche beobachteten. Sie blieben aber auf ihren Pl\u00e4tzen und wir setzten unsere Wanderung leicht bergab gehend fort. Bald sahen wir unser Ziel, das \u201eAlmhaus Hochb\u00e4rneck\u201c.<br \/>\nFreudig lie\u00dfen wir uns drau\u00dfen an zwei Tischen nieder und bald stillten wir Durst und Hunger. Der diesige Himmel lie\u00df keine Fernsicht zu, die Wolken im Westen wurden zu einer immer dunkleren Wand. Da uns schlie\u00dflich k\u00fchl wurde, gingen wir in die Gaststube. Wenig sp\u00e4ter regnete es drau\u00dfen \u2013 kurz, aber heftig, harmloses Donnergrollen war zweimal zu h\u00f6ren.<br \/>\nSchlie\u00dflich bezogen wir unsere Zimmer. Wir waren \u00fcberrascht, dass jedes Zimmer \u00fcber ein Waschbecken verf\u00fcgte. WCs und Duschen waren auf dem Gang, Badet\u00fccher konnten von einer Kommode genommen werden. Eva bezog das Lager, wo sie allein blieb. Da Albert und Sigi noch Durst hatten, leisteten Robert und Uschi ihnen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Morgen weckte uns vielstimmiges Glockengel\u00e4ute. Die Kuhherde weidete vor unseren Fenstern. Nach einem gem\u00fctlichen Fr\u00fchst\u00fcck in der Stube, brachen wir auf. Noch ein Blick zur\u00fcck auf die sonnendurchflutete Alm \u2013 dann begann der herausfordernde Abstieg durch den Wald: ein steiler Weg, mit Wurzeln und Steinen durchsetzt, manchmal \u2013 aber nur kurz \u2013 auch gem\u00fctlich. Dass auf dieser Strecke das Radfahren verboten sei, wurde mit einem Schild am Baum kundgetan. Da fahren wohl nur Selbstm\u00f6rder!&nbsp;Schlie\u00dflich erreichten wir eine Stra\u00dfe und hatten freien Blick auf den \u00d6tscher. Auf der B\u00f6schung bl\u00fchte die Wohlriechende H\u00e4ndelwurz, eine einheimische Orchidee, in gro\u00dfer Zahl, entlang der Wiesen die Schwarze K\u00f6nigskerze. Nun konnten wir bereits die Felsw\u00e4nde der Torm\u00e4uer sehen. Auf der Stra\u00dfe ging es gem\u00fctlich Richtung Torm\u00e4uer bergab. Sigi und Albert gingen flotten Schritts voraus, Ilse und Renate folgten. Als wir anderen bei der Abzweigung in die Torm\u00e4uer ankamen, war niemand mehr zu sehen. Der Versuch anzurufen, blieb ein Versuch. Kein Empfang! Rufen war zwecklos. Ein, die Stra\u00dfe heraufkommendes, Ehepaar berichtete, dass ihnen Leute entgegengekommen waren. Na, super! Die anderen sind da hinuntergegangen! Wie weit das wohl sein mag? Uschi machte sich auf den Weg und erreichte nach flotten 10 Minuten den \u201eEibenboden\u201c. Da sa\u00dfen die Vermissten und freuten sich am Anblick des rauschenden Wassers. Hilft nix, am Wasser gibt es keinen Weg. Also, wieder hinauf zur Kurve und zur Abzweigung! (Die Hinweisschilder sind erst ein paar Meter danach montiert, was nicht sehr hilfreich ist!)<br \/>\nSchlie\u00dflich kamen wir gemeinsam oberhalb der Eibenm\u00fchle&nbsp; in den Vorderen Torm\u00e4uern an. Ab da wanderten wir auf dem, teilweise, sehr schmalen Weg die Erlauf entlang. Auch hier musste man sehr achtsam sein, denn immer wieder galt es, Felsen und Wurzeln zu \u00fcbersteigen. Die Erlauf war von wundersch\u00f6ner t\u00fcrkiser Farbe und rauschte, denn sie f\u00fchrte genug Wasser.<br \/>\nBevor wir zum Trefflingfall kamen, machten wir eine Pause auf dem hier befindlichen Rastplatz. (Das vorhandene WC war leider geschlossen.) Wer wollte, konnte etwas essen, trinken, die H\u00e4nde in die Erlauf halten, das Gesicht benetzen.<br \/>\nDann machten wir uns auf zum Trefflingfall. War das ein m\u00e4chtiges, stetiges Rauschen! 120 Meter st\u00fcrzt das Wasser \u00fcber einige Vorspr\u00fcnge hinunter in die Erlauf. Der Weg f\u00fchrte schmal in Serpentinen bergan. Auch hier musste jeder Schritt gut gesetzt werden. \u00dcber eine Br\u00fccke gelangten wir auf die andere Seite, wo wir, zum Teil auf Stegen, entlang der Felswand oberhalb des Wassers gingen. Unter uns teilte sich ein Wasserfall \u2013 der eine Teil rauschte in die Tiefe, der andere Teil schliff in Jahrtausende w\u00e4hrender Zeit eine M\u00fchle aus.<br \/>\nNach einer weiteren, kleinen Steigung erreichten wir das Niveau des Trefflingbaches, dem wir bachaufw\u00e4rts folgten. Hei\u00df und schw\u00fcl war es hier wieder! An einer Stelle, die nicht mit gro\u00dfbl\u00e4ttrigen Kletten und anderen Pflanzen bewachsen war, stieg Christiana hinunter zum Wasser und f\u00fcllte alle Trinkflaschen an, die ihr gereicht wurden.<br \/>\nAn einer Stelle \u00fcberquerten wir einen kleinen Bach, der in den Trefflingbach m\u00fcndet und wanderten auf einer Wiese weiter. Bald hatten wir Sulzbichl erreicht und setzten uns hungrig in den Schatten der Schirme. Speis und Trank holten wir von der Theke, Warmes wurde gebracht.<br \/>\nBald nahmen wir unsere letzte Etappe in Angriff. Nach einem l\u00e4ngeren St\u00fcck auf der Asphaltstra\u00dfe, bogen wir, nach kurzer \u00dcberlegung, auf den Waldweg ein. Wir wussten nicht, worauf wir uns da eingelassen hatten! Der Weg ging beharrlich bergauf, war zum Teil ausgewaschen, dazu war es dr\u00fcckend schw\u00fcl. Irgendwo querten wir eine kleine Asphaltstra\u00dfe. Der Wegweiser brachte uns zum Kopfsch\u00fctteln: unten bei der Abzweigung war die Gehzeit nach Puchenstuben mit 1 Stunde angegeben. Hier fand sich ein Wegweiser, der besagte, dass wir Puchenstuben in 1 Stunde und 15 Minuten erreichen w\u00fcrden! Wir setzten unseren Weg am Rand einer Wiese fort. Der Blick zur\u00fcck lie\u00df uns skeptisch werden: Der Himmel hinter uns war dunkelgrau geworden, hatte die Sonne aber noch nicht verdeckt.<br \/>\nWir hatten nun ein eher gem\u00fctliches Wegst\u00fcck durch den Wald vor uns. Irgendwo hatte Robert einen Schw\u00e4cheanfall, wurde von Christiana und Ernst gut begleitet.<br \/>\nBald begann der Abstieg durch den Wald, wir befanden uns auf dem Planetenweg, der uns direkt nach Puchenstuben f\u00fchrte. Das drohende Gewitter hatte sich inzwischen verzogen.<\/p>\n<p>Der Weg zum Bahnhof zog sich noch lang bergab. Wir waren in kleinen Gr\u00fcppchen \u2013 schnellere und langsamere &#8211; unterwegs. Einmal h\u00f6rten wir den Pfiff eines Zuges und Uschi vermutete, dass es der nach Winterbach (also \u201eunserer\u201c) sei, der sich gerade entfernte. Nun gut, m\u00fcssen wir halt l\u00e4nger warten, die Mariazellerbahn f\u00e4hrt ja alle Stunde! Als wir endlich am Bahnhof ankamen, mussten wir feststellen, dass wir erst in 2 Stunden einen Zug haben w\u00fcrden. (Ausgerechnet zu dieser Zeit f\u00e4hrt der Zug nicht st\u00fcndlich!) Christiana suchte mit Hilfe des Smartphones ein Taxiunternehmen. Nach etwa einer viertel Stunde kam ein junger Mann mit einem Kleinbus und nahm uns m\u00fcde Wanderer auf.&nbsp;In Winterbach teilten wir uns auf die beiden Autos auf und alle Abenteurer kamen wohlbehalten zu Hause an.<br \/>\nRenate und Ilse<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.gebirgsverein-services.at\/gruppen\/fachgruppen\/blinde-und-sehschwache\/wandererinnerungen\/\">Zur\u00fcck zu Wandererinnerungen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>7. Dezember 2024 &#8211;&nbsp;Matsch befl\u00fcgelt Feierstimmung Jedes Ding hat zwei Seiten, sagt das Sprichwort; und so auch der Kleinmorast, den wir bei unserer Adventwanderung am 7. Dezember 2024 von Kritzendorf \u00fcber den Wei\u00dfen Hof zur Redlingerh\u00fctte an einer Stelle durchwanderten. 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