Website-Icon Alpenverein-Gebirgsverein

2025 Erinnerungen an unsere Aktivitäten

6. Dezember 2025 – Adventwanderung

Laudon im Advent – Gegensätze können sich anziehen! Das ist der Fall bei der Adventwanderung unserer Gruppe vom 6. Dezember; denn einerseits besuchten wir dabei das Grab des Feldherrn Gideon Ernst von Laudon, andererseits feierten wir stimmungsvoll Advent, eine Zeit für Frieden und Versöhnung.

Wieder hatten wir Glück mit dem Wetter: Die Dezembersonne konnten wir zwar fast vergessen, ebenso aber Wind und Regen. Wir hatten es rundum trocken und kühl. Die wenigen Matschpfützen auf unserem gepflegten Weg waren eher spannend als ärgerlich. So hatten wir innerlich Muße, uns voll der Person des Feldherrn Laudon zu widmen, durch dessen Schlossparkareal unsere Wanderung zunächst führte. An seinem Monument machten wir Halt und erfuhren Einzelheiten über sein Leben und Wirken. Er diente vor allem in der Regierungszeit der Kaiserin Maria Theresia (1740-1780), eroberte Belgrad aus türkischer Hand und war im Krieg gegen Preußen erfolgreich. Selbst im hohen Alter von ca.70 Jahren (um 1790) übertrug man ihm noch wichtige Aufgaben. Er war zweifellos eine herausragende Persönlichkeit. Während ich der beeindruckend vorgetragenen Verlesung der Geschichte Laudons durch unsere Begleitpersonen zuhörte, bedachte ich unsere derzeitige geopolitische Weltlage mit Blick auf Advent und Laudon und fragte mich, ob auch Feldherren sich eine Welt wünschen, in der ihr Beruf unnötig wäre.
Das Mittagessen jedenfalls war für uns nötig, nachdem wir über den Kasgraben ca.150 Höhenmeter sanft aufwärts zum Dianabründl gewandert waren und dann wieder abwärts im Gasthof Ochsenkopf landeten. Der Höhepunkt des Tages kam danach in Form der Adventfeier, die unsere Begleitgruppe mit viel Liebe und Sachverstand gestaltete. Zu den hervorragenden selbst gemachten Keksen und Marmeladen und den weihnachtlichen Gitarrenklängen gesellten sich geistreiche, humorvolle Advent- und Weihnachtsgeschichten, die so engagiert vorgetragen wurden, dass der Zauber dieser Tage wie greif- und fühlbar in der Luft lag.
Nun, zum Jahresabschluss, scheint es mir von großer Wichtigkeit, unserer Begleitgruppe zusammenfassend für das gesamte Jahr 2025 für ihre viele begeisterte Mühe zu danken, mit der sie sich unserem Kreis blinder und sehbehinderter Personen widmen. Ihr Einsatz bringt Glanz in unser Leben ähnlich dem Weihnachtsstern, dessen Leuchten dauerhaft froh macht.
Christine Hinkel

6. November 2025 – Bisamberg

Spätherbstlich empfängt uns der Bisamberg
Unser fast schon sprichwörtliches Wetterglück hat uns auch bei der Wanderung am 8. November auf den Bisamberg nicht verlassen. Trotz mancher Wolken bekamen wir keinen Regen ab und konnten den Bisamberg fröhlich erkunden.
Über den Weinweg ab Langenzersdorf und den Rehgraben marschierten wir zügig auf gepflegten Wegen ca.200 Höhenmeter zur Elisabethhöhe (356 m). Auch im Spätherbst wirkte die Natur freundlich und einladend. Der würzige Duft der gefallenen Blätter hatte für mich wenig Melancholisches, viel eher war es wie das Versprechen des Lebens, das schon im Zerfall des Gewesenen aufkeimt.
Beim Namen „Bisamberg“ fällt mir lustigerweise der seinerzeitige Bisampelzmantel meiner Mutter ein, ein kuscheliges Wohlfühlstück. Der Berg hat aber anscheinend nichts mit den Bisamratten zu tun, sondern geht (laut Internet) möglicherweise auf einen Mann namens Poso zurück. Um so klarer ist die Geschichte der Elisabethhöhe mit Säule, die sich auf dem Bergkamm findet. Die Gedenksäule wurde 1899 im Gedenken an die 1898 ermordete Kaiserin Elisabeth errichtet. Sie hatte etwa um 1850 von dieser Stelle aus die Truppenmanöver im Tal beobachtet. Im 2. Weltkrieg wurde die Säule zerstört und danach wieder naturgetreu aufgebaut. Dieser Punkt gewährt einen beeindruckenden Blick auf die Donau und die so genannte „Wiener Pforte“, einen schmalen Einschnitt in die Felsen, den der Strom sich gegraben hat. Laut Beschreibung war er vor Zeiten noch ein Bergfluss, dessen jetziges Bett im Zuge tektonischer Veränderungen entstanden ist.
Vom Geschichtlichen zum Kulinarischen waren es nur ein paar Schritte, nämlich zum Restaurant Gamshöhe, bei dem wir zu Mittag einkehrten und bestens speisten. Rasch wanderten wir danach bergab nach Hagenbrunn zum Bus zurück nach Wien, mit einem kurzen Abstecher bei einem Hagenbrunner Heurigen, gewissermaßen, um dieser schönen Weingegend um den Bisamberg einschlägig die Ehre zu geben.
Es ist mir wie immer ein dringendes Anliegen, der Wanderführung und unseren Begleitpersonen sehr herzlich zu danken für ihre Mühe und Zuwendung, die es uns erlaubt, entspannt und fröhlich einzutauchen in die Freuden des Wanderns und die Schönheiten der Natur.
Christine Hinkel

18. Oktober 2025 – Johannesbachklamm mit „Licht ins Dunkel“ – Unsere Sonderwanderung für und mit „Licht ins Dunkel“ (ORF)

Wir haben uns sehr gefreut, diese Wanderung – und zwar in die Johannesbachklamm – in Begleitung von Frau Eva Pölzl und Team vom ORF mitzumachen; denn „Licht ins Dunkel“ greift das Thema Inklusion/barrierefreie Wege in seiner heurigen Sendereihe auf und stellt dem Alpenverein auch Mittel für diese Zwecke zur Verfügung.
Frau Pölzl begleitete selbst Gruppenmitglieder und interviewte über unterschiedliche Fragen der Barrierefreiheit. Obwohl unsere Wanderung teilweise gefilmt wurde, ging es recht zügig voran. Zugleich erlaubte das Tempo aber auch Beschaulichkeit, ein Durchatmen in der freien, herbstlichen Natur und die Aufmerksamkeit auf Interessantes auf dem Wanderweg.
Den Johannesbach hatten wir einmal links, einmal rechts des Weges, auf der anderen Seite dann Felsen, und überall gab es noch üppige herbstliche Natur: Die Blätter hatten schon begonnen sich zu färben und knisterten leicht, wenn man sie berührte. Es roch köstlich nach Humus und Pflanzen, die im vorübergehenden Absterben vor dem Winter noch ihren intensiven Duft verströmten. Während wir so dahinwanderten, dachte ich, dass der Herbst in der freien Natur viel freundlicher wirkt als im dicht besiedelten Gebiet. In der Natur fügt sich alles wie selbstverständlich in den Kreislauf der Jahreszeiten ein und umgibt uns Wandernde mit einer einladenden Mystik. Mich beeindruckt, welche Üppigkeit an Pflanzen und Moos selbst auf den steilen Felswänden wächst, als wollten die Steine und Gewächse uns ein gelungenes Zusammenleben der unterschiedlichsten Strukturen und Bereiche unseres Planeten demonstrieren.
Derartige philosophische Überlegungen machen anscheinend hungrig, und so war ich sehr zufrieden, dass wir diesmal schon knapp vor 12:00 unsere Schlusseinkehr mit Mittagessen hatten. Alle waren wir bester Laune und ließen uns die guten Gerichte schmecken.
Ich halte es für sehr wichtig, unserer Wanderführung und der gesamten Begleitgruppe besonders zu danken. Ihr uneigennütziger Einsatz ermöglicht uns, wie auch diese Wanderung bewiesen hat, fröhliche gemeinschaftliche Stunden und kostbare Erlebnisse.
Christine Hinkel

4. Oktober 2025 – Wasserleitungsweg

Bei schönem Wetter wanderten wir von Guntramsdorf-Thallern entlang der 1. Wiener Wasserleitung nach Pfaffstätten. Natürlich kehrten wir auch bei 2 Heurigenstandln ein – der Sturm war köstlich! Auch begrüßten wir 4 neue Teilnehmer*innen in unserer Wandergruppe! Christine hat uns wieder eine Wandergeschichte geschrieben:

Auf den Spuren des Wiener Traditionsheurigen

Wenn die Blätter fallen, wendet man sich wieder verstärkt der Geselligkeit im kleinen oder größeren Kreis zu. Beispielsweise genießt man frohe Stunden beim Altwiener Heurigen; der Herbst ist aber auch eine ideale Zeit zum Wandern. So erkundete unsere Wandergruppe am 4. Oktober die Strecke in den Weingärten zwischen Guntramsdorf und Pfaffstätten.
Gemütlich wie der Heurige gestaltete sich auch unsere Wanderung. Wir hatten nur ungefähr 60 Höhenmeter und eine Strecke von annähernd 10 km zu bewältigen und konnten daher die sanfte Verträumtheit der frühherbstlichen Weinberge voll auf uns wirken lassen. Wenn man so zwischen den weitgehend abgeernteten Weingärten dahinwandert, kommen Gedanken an das zur Neige gehende Jahr, an Reife und Fülle. Und dazu passen gut die Heurigenstände auf dem Weg, die zum Verweilen und Genießen einladen.
Wir machten Halt an einem Stand mit Garten und Lagerfeuer und verkosteten den ausgezeichneten „Sturm“, der angeboten wurde. Dazu gab es Brote aller Art und einen freundlichen kleinen Hund, der uns gerne besuchte in der Hoffnung auf einen guten Brocken. Ich streichelte das Tier und wäre fast mit dem Sessel umgefallen – wie schon einmal vor vielen Jahren zu Hause: Bei einem Zwischenstopp während des sonntäglichen Familienmittagessens begannen der Terrier meiner Schwester und ich damals zu spielen. Ich streichelte, er schubste und zog – und der Sessel kippte um; ich landete zur allgemeinen Erheiterung auf dem Boden. Dieses lustige Ereignis kam mir in den Sinn, während wir es uns nun in Lagerfeuernähe bei Sturm und Broten gemütlich machten.
Auf unserer Wanderung entlang der Weingärten kreuzte eine Maschine zur automatischen Weinlese unseren Weg. Die Arbeit lief rasch und effizient, wir vermuteten aber, dass die höchsten Güteklassen sich nur mit Handverlesen erreichen lassen, weil der Automat die Trauben vor dem Pressen offensichtlich nicht aussortiert.
Gegen Ende unserer Wanderung stimmten wir ab, ob wir nach Baden in ein Café oder nach Pfaffstätten zu einem weiteren Heurigen wollten. Die große Mehrheit war „Sturm“-begeistert, und daher landeten wir in Pfaffstätten bei einem Großheurigen, praktischerweise nahe der Bahn. So konnten wir, nachdem wir uns neuerlich gestärkt hatten, bequem die Heimreise antreten.
Wie immer gilt der besondere Dank unserer Wanderführung und der Begleitgruppe. Nur durch die Umsicht und aufmerksame Zuwendung der uns begleitenden Personen werden Wanderungen dieser Art für uns möglich und schaffen dadurch für uns eine je eigene Erlebnisqualität.
Christine Hinkel

20. 9. 2025 – Seebenstein – Türkensturz

Seebenstein mit Türkensturz ist eine Reise wert
Und nicht nur eine Reise, sondern auch eine Wanderung. Das konnten wir erfreulich am 20. September 2025 erfahren, als unsere inklusive BS-Wandergruppe vom Bahnhof Seebenstein zur Burgbesichtigung und nachfolgenden Wanderung zum Türkensturz aufbrach.
Das Wetter meinte es bestens mit uns und motivierte unsere Gruppe, den ersten, anstrengendsten Teil der Wanderung bis zu Burg und Schloss Seebenstein flott anzugehen. Es ging zügig durch den Ort Seebenstein und dann recht steinig und steil aufwärts zur Burg, wo wir gerade ankamen, als eine andere Gruppe die Führung beendete. Wir erfuhren, dass es sich bei der Brücke zur Burg nicht um eine Zug-, sondern eine Wippbrücke handelte, eine Konstruktion auf Grundlage von Drehmoment und Gewichtsverlagerung.
Die Burg selbst wurde noch unter den Babenbergern errichtet, und zwar im 11. Jahrhundert von Gottfried von Wels-Lambach. Sie diente vor allem zu Verteidigungszwecken. Anfang des 17. Jahrhunderts errichteten dann die Königsberger das heutige Hochschloss neben der Burg. Nach mehreren Besitzerwechseln ist das Anwesen nun in Privatbesitz.
Im Schloss finden sich einige exklusive Wohnräume mit wertvoller antiker Innenausstattung, wie Gemälde und Möbel. Diese Räume lassen das Dunkle vergessen, das die Burg in vielen Bereichen ausstrahlt; so beispielsweise das Burgverlies oder die Wappenkammer. Geschmackvoll und freundlich wirken die inneren Gartenanlagen, fast wie eine Wohlfühl-Oase, die den herben Eindruck der eigentlichen Burg mildert. Rustikal war früher auch die Art zu kochen: Über dem großen Herd hing an einer Kette ein großer Kessel, in dem die Speisen gegart wurden. Wollte man die Temperatur vermindern, rastete man die Kette (und damit den Kessel) einen Zahn höher ein, oder man legte umgekehrt einen Zahn zu (verlängerte die Kette) und kam so näher an die Herdflamme heran. Von da her stammt unser Ausdruck: „Einen Zahn zulegen“.
Das versuchten wir dann auch und bemühten uns um eine gewisse Eile, um zum Türkensturz zu gelangen. Dort wurde niemals jemand hinabgestürzt, er ist ein künstlicher Aufbau aus der Romantik. Das Panorama im dortigen Bereich ist etwas Besonderes; unsere Gruppe sichtete in Richtung Hohe Wand sogar Gämsen.
Beim Abstieg über breite, steinige Forstwege hofften wir auf ein vielversprechendes Mittagessen im Restaurant und kamen voll auf unsere Rechnung. Danach hatten wir nur mehr ein kurzes Stück zum Bahnhof Seebenstein, wo wir nicht mehr lange auf unseren Zug warten mussten.
Herzlicher Dank gilt unserer Wanderführung und der gesamten Begleitgruppe. Sie haben uns nicht nur die Planungssteine aus dem Weg geräumt, sondern uns auch höchst erfolgreich über die ziemlich steinübersäten Wege geleitet. Die Wanderungen unserer Gruppe BS-Gebirgsverein sind immer eine Freude!
Christine Hinkel

1. bis 8. September 2025 – Unser Wanderurlaub im Joglland: „Ein Erlebnismarathon“

Meine Erwartungen an unseren heurigen Wanderurlaub, den wir genau wie im Vorjahr im Gasthaus Orthofer im Joglland/Steiermark verbrachten, waren hoch, sie wurden dann aber bei weitem übertroffen. Wir genossen dort Wandern und Kultur im Doppelpack, alles unterstrichen von der Freundlichkeit und Gastfreundschaft gegenüber unserer 17-köpfigen Gruppe blinder/sehbehinderter Personen und deren Begleitungen. Zu allem hatten wir in diesen Tagen, 1. Bis 8. September, fast ungetrübtes Wetterglück und damit ideale Urlaubsvoraussetzungen.
Wie im Vorjahr gestaltete sich unsere Hin- und Rückfahrt sehr bequem, weil unsere Begleitpersonen uns im Privatwagen mitnahmen. So konnten wir nach Ankunft und Mittagessen gleich eine Wanderrunde drehen und dabei das Wetterkreuz vom Vorjahresurlaub begrüßen. Der Wanderschuh mit Richtungsangabe als Markierung war uns ebenfalls vertraut; als Neuheit entdeckten wir unterwegs einen Bauernhof mit einigen Alpakas; das verstärkte unsere Vorfreude auf den kommenden Tag, für den die Alpakawanderung zum Alpakahof Kroisleitner geplant war.
Bei Prachtwetter machten wir uns am Dienstag, 2. September, zum Alpakahof auf den Weg. Wie im Vorjahr gab es die vier zur Führung geeigneten Tiere, gewissermaßen unsere alten Bekannten. Der junge Wildfang Rolando war schon etwas gesetzter, doch am Ende der fast 2 km langen Runde machte er sich selbstständig, trottete einfach neben uns her und graste mit mehr Bewegungsfreiheit als die übrigen drei die saftige Wiese ab. Zum Abschluss der Runde ließen sich einige Alpakas im Gehege streicheln, leckten uns sogar vorsichtig ab. Im Hof Shop konnten wir dann noch einkaufen und wanderten dann heim, diesmal unter Umrundung des Eckberges. Die Natur zeigte sich noch üppig: Wir bewunderten den Schwalbenwurzenzian, dessen blaue Blüten übereinander am Stängel angeordnet sind, und erfuhren, dass sein Blühen das Sommerende ankündigt. Recht ermüdet, aber zufrieden, landeten wir zu Hause, noch rasch gestärkt mit einem Stamperl Schnaps, den unser Wanderführer Franz uns wie üblich zum Abschluss spendete. Dabei präsentiert er uns immer einen guten Witz – beispielsweise: Der Unterschied zwischen einem Bürgermeister und einem Ehemann? – Der Bürgermeister kennt in jedem Fall seinen Stellvertreter…
Am Mittwoch, 3. September, hatten wir die schwierigste Wanderung des Urlaubs zu bewältigen, nämlich die Wanderung über das Wechselplateau. Wir begannen am Wetterkoglerhaus/Hochwechsel auf 1743 m Höhe, wanderten über den Niederwechsel (1669 m) bis zum Gasthof auf der Vorauer Schwaig auf 1509 m und beschlossen die Wanderung wieder am Hochwechsel, genauer gesagt, in der Nähe der dortigen Kapelle. Wanderführer Franz berichtete uns von der wechselvollen Geschichte dieses Ortes: Es befindet sich dort ein Soldatenfriedhof mit über 40 Gräbern. Die Soldaten fielen in einer Schlacht im allerletzten Stadium des Zweiten Weltkriegs, nämlich dem 8. Mai 1945. Insgesamt war der Wechsel hier oft stark umkämpft, so beispielsweise in den Türkenkriegen und dem Eindringen jeweils fremder Völkerschaften. Unsere Kämpfe galten glücklicherweise nur den Steinen auf dem Weg, die sich sehr zahlreich fanden und uns alle unter Stress setzten. Dazu kam, dass in der Gegend plötzlich eine große Regenwolke auftauchte und wir annähernd eine Stunde Regenwanderung zu absolvieren hatten. Schließlich landeten wir aber alle nach einem ausgiebigen Mittagessen und dem zweiten Teil der Wanderung zufrieden bei den Autos.
Die Fischbacher Alpen waren unser Wanderziel am Donnerstag, 4. September 2025. Bei der Anfahrt berührten wir Krieglach, wo Peter Rosegger lebte, und aßen dann später im „Roseggerhaus“ zu Mittag, einem Gasthaus, das seinen Namen nach dem Dichter hat, historisch aber nicht mit ihm verbunden ist. Hoch interessant war der Windpark nahe Waldbach. Dort konnten wir die Windräder bestaunen/betasten, etwas, das ich mir schon lange gewünscht hatte. Mit ihrem Durchmesser von rund 6 m und einer Höhe von gut 100 m stehen sie imposant in der Landschaft, 40 Stück und mehr. Der Tag war strahlend und windstill, daher befanden sie sich weitgehend in Ruhestellung. Wir jedenfalls waren aktiv und marschierten weiter zum Hochmoor, das man gut betreten kann, dank eines breiten Holzweges aus Lärchenbrettern. Unter der bunten Vielfalt der Moorpflanzen stachen den sehenden Personen die vielen reifen Heidelbeeren besonders in die Augen. Schade, die Beeren blieben unerreichbar. Umso mehr Lust hatten wir daher auf das (gute) Mittagessen im Roseggerhaus, zu dem wir zurückwanderten. Bei dieser letzten Wanderung mit Wanderführer Franz lernten wir auch noch etwas über Tiere: In der Schule fragt der Lehrer: Wer kann mir sagen, wie die Tiere heißen, die im Wasser und auf dem Land leben können? – Meldet sich der Seppl und verkündet: Das weiß ich, Herr Lehrer, das sind die Sommerfrischler.
Am Freitag, 5. September, zeigte sich das Wetter allerdings weniger nach Sommerurlaub, denn ab dem frühen Nachmittag war Schlechtwetter zu erwarten. Daher erwanderten wir am Vormittag den Kaiser-Karl-Rundwanderweg, der nahe unserem Quartier beginnt und endet. Zwischen unserer Gastgeberfamilie Orthofer und den Habsburgern besteht eine historische Verbundenheit: Ein Orthofer war der Jagdleiter des letzten Kaisers Karl, dem das Gebiet gehörte; auch schenkte Kaiserin Zita der Familie Orthofer im Zweiten Weltkrieg das Areal und besuchte Gebiet und Familie in den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Immerhin wanderten wir auch an diesem Tag 6 km mit fast 200 m Höhenunterschied. Abschließend erkundeten wir den Gesundheitspfad nahe dem Haus, einen so genannten Barfußweg mit Kneipp-Charakter; wir blieben aber lieber in den Wanderschuhen. Zum Mittagessen bei Orthofer kamen wir noch trocken und konnten die Regenfront des Nachmittags und der Nacht zu Hause vorbeigehen lassen.
Der 6. September war ganz der Kultur gewidmet: Am Vormittag war eine Führung im Freilichtmuseum von Vorau angesetzt, am Nachmittag folgte eine Führung durch das Stift Vorau und am Abend wohnten wir einem musikalischen Großereignis der Volksmusik in St. Jakob im Walde bei.
Das Freilichtmuseum in Vorau umfasst einen Komplex mehrerer kleinerer Gebäude, in dem Schaustücke aller Art über das Leben vergangener Zeiten in der Region ausgestellt sind. So finden sich dort eine Schmiede, eine Schusterwerkstatt, Pflüge, Dreschflegel, Sägevarianten und vieles mehr. Wir konnten alles nach Herzenslust betasten. Meine Hochachtung gilt unseren Vorfahren, denn diese Arbeitsbehelfe sind teilweise so klobig, dass ihre Handhabung große Mühe gekostet haben muss. Besonders beeindruckt hat mich die Bauernstube: ein Raum von vielleicht 25-30 m², in dem eine ganze oft 10-köpfige Bauernfamilie lebte und teilweise arbeitete. Für den Herd gab es keinen Abzug, so musste man während des Kochens oder Backens wegen der starken Rauchentwicklung den Kopf gesenkt halten und konnte erst nachträglich lüften. Überhaupt waren die Rechte der Bauern bis zum 18./19. Jahrhundert stark eingeschränkt, ihre Existenz abhängig von den Grundherren. Auch in einer Schulklasse konnten wir Platz nehmen. Meist gab es nur einen Raum für mehrere Klassen, und die Schulzeit endete nach 6 Schuljahren. Ich fand die Erzählungen meiner aus der Gegend von Brünn stammenden Großmutter bestätigt, die berichtete, wie oft sie als Kind die Schule nicht besuchen konnte, weil ihre Arbeitskraft auf dem Feld benötigt wurde. So schwierig unsere jetzige Epoche auch sein mag, ich würde keinesfalls tauschen mit dieser „guten alten Zeit“.
Das Stift Vorau besuchten wir am Samstagnachmittag, und zwar mit einer Gratisführung als Geschenk des Klosters. Die in Barock mit vielen kunstvollen Gemälden ausgestaltete weitläufige Kirche wirkte auf mich warm trotz des Prunks. Seit über einem Jahrzehnt gibt es außer dem Hochaltar auch den Volksaltar, an dem nun die Messen gelesen werden. Offensichtlich hatten die zahlreichen Gemälde überdies den Zweck, den Gläubigen, die ja nur bedingt schriftkundig waren, die biblische Botschaft nahezubringen, manchmal auch mit zu starker Betonung auf Angst vor Gottes Gericht. Vor der großräumigen Stiftsbibliothek gab es zum Betasten vor allem eine lange Reihe von Büchern aus Stein, angeordnet im Regal wie täuschend echt, jedes Buch unterschiedlich von den übrigen in der Gestaltung des Einbands. Sie stammen aus einem geförderten Studienprojekt einer Kunstschule und sind, soweit ich es beurteilen kann, künstlerisch sehr gekonnt gearbeitet.
Am späteren Nachmittag genehmigten wir uns nach einem kurzen Besuch in der Vorauer Ortskirche noch eine Stärkung in einem Café plus Eissalon in Vorau. Dabei passierte mir wieder einmal etwas Lustiges: Ich bestellte einen Hausbecher und bekam eine Portion in einem hohen Glas, oben noch aufgehäuft mit Schlagobers und Eis. Ich bin nur ca.1,60 m groß, und mein Sessel war sitzflächenmäßig niedrig, der Tisch eher hoch. Daher musste ich nach einem kurzen, fehlgeschlagenen Versuch, im Sitzen zu essen, den Becher im Stehen verschmausen. Dabei erntete ich naturgemäß ein Gelächter in der Runde.
Der Abend fand uns dann in St. Jakob im Walde, im dortigen Zentrum, zu einem Konzert von Chören und Orchestern unter dem Titel „Eine Reise durch Österreich“. Die unterschiedlichen Chor- und Orchestergruppen boten über 2 Stunden lang ein sehr ansprechendes, hochwertiges Programm mit Musikstücken aus allen Bundesländern. Das Konzert war ein echter künstlerischer Genuss. Dazwischen gab es amüsante Mundartgedichte einer Steirerin zu hören.
Noch einmal wanderten wir dann am Sonntag, 7. September und zwar auf den Teufelstein, einen Berg von knapp 1400 Metern. Die eigentliche Route umfasste gut 260 Höhenmeter ab dem Parkplatz bis zum Gipfel. Das Wetter spielte perfekt mit, und wir freuten uns am anspruchsvollen, aber nicht überfordernden Auf- und Abstieg inmitten der einladenden Naturlandschaft. Am Gipfel findet sich ein einige Meter hoher Kletterfelsen, der der Sage nach aus einer Fehlleistung des Teufels stammen soll. Der Teufel forderte von Gott die ganze Welt; Gott stimmte zu unter der Bedingung, dass der Teufel innerhalb kürzester Zeit ein Gebilde aus mehreren Felsen aufbauen müsse. Schlau stellte der Teufel die Felsen auf ein Gestell aus Holzstufen und brachte es zum Gipfel des Berges. Dabei aber übereilte er sich, wodurch ein Stein kippte und das gesamte Projekt zum Scheitern brachte. Nun liegt der eine Felsen vor dem Gipfelkreuz und diente unserer Wanderführung als Kletterwand.
Der Montag, 8. September, war unser Abreisetag, an dem uns aber am Vormittag noch eine Führung durch das so genannte Kräftereich in St. Jakob im Walde erwartete. Wir machten dort Bekanntschaft mit unterschiedlichen Gebieten der Esoterik, die sehr anschaulich präsentiert wurden. So konnten wir beispielsweise das Wünschelrutengehen ausprobieren, nämlich mit einer Wünschelrute in der linken und rechten Hand einige Schritte über eine Wasserader machen. Die Ruten bewegten sich tatsächlich etwas. Ferner brachte man uns Theorien über Mondphasen in Verbindung mit unseren Aktivitäten nahe: vor allem Ebbe und Flut, aber auch Haarwachstum, das Gedeihen von Pflanzen usw. In einer großen Glocke stehend, konnten wir weiters Gesänge aus den 3 größten Weltreligionen hören und uns dabei der Meditation hingeben, wenn wir wollten. Viel Vergnügen machte mir der Abschluss mit der Zuordnung von Eigenschaften zu den einzelnen Sternbildern. Für jedes Sternbild standen 3 positive und 3 negative Eigenschaften, so dass niemand sich benachteiligt fühlen konnte. Ich bin Schütze, habe mir nur jeweils 2 Eigenschaften gemerkt – negativ: langsam und ungeschickt; positiv: weise und philosophisch. –
Jetzt bin ich endlich über mich orientiert (schmunzel).
Abschließend darf ich mich von Herzen bei den Veranstaltenden, allen Begleitpersonen und insgesamt jedem/jeder bedanken, die unseren Wander- und Kultururlaub 2025 zu einem großartigen Erlebnis gemacht haben. Ich bin überzeugt, dass ich damit für alle blinden oder sehbehinderten Personen spreche, die an der Woche teilgenommen haben. Ich werde an diese Tage immer gerne zurückdenken.
Christine Hinkel

10. August 2025 – Blockheide im Waldviertel

Wenn die Heide blüht – dann kommen wir, um uns an ihrer Schönheit zu freuen. Ich meine damit die Blockheide bei Gmünd im Waldviertel mit ihren vielfältigen Steinformationen und der Fülle an Pflanzen und Tieren.
Zunächst war unsere Wanderung für den 2. August festgesetzt, doch das Schlechtwetter machte eine Verschiebung nötig. Der 10. August passte dann perfekt. Zwar mussten wir uns wegen der gut zweistündigen Fahrt mit der Franz-Josefs-Bahn schon zeitig auf den Weg machen, doch unser frühes Aufstehen lohnte sich reichlich.
Bei strahlendem Sommerwetter wanderten wir in Gmünd zunächst am Stadtrand entlang, vorbei an einem Freizeitzentrum, und kamen zum Teichkettenweg. Gepflegte Wege führten an imposanten Fischteichen vorbei, die eigentlich kleine Seen waren. Über eine solide große Holzbrücke ging es weiter einen Bach entlang zur Blockheide, unserem Hauptziel.
Die Heide hat offensichtlich einen eigenen Duft: Sonnig-würziges Blumenaroma mischte sich mit dem Geruch warmer Erde und hohen Grases. Die Sensation auf der Blockheide sind allerdings ihre „Steine“, mehrere Meter lange und hohe Felsblöcke, teilweise übereinander geschichtet und von Moos überzogen. Wir wanderten auf dem Mythologieweg, wo sich Steingebilde aller Art fanden: ein Riesenbrotlaib, mythologische Tiere mit scheinbar aufgesperrtem Rachen, Ein Christophorus-Stein. Schmunzeln musste ich bei der Sage zu diesem letzteren Steingebilde, die unsere Wanderführerin uns vorlas. Demnach hatte der Teufel Christophorus überredet, für ihn zu arbeiten. Die beiden saßen auf dem Stein, als der Teufel Christophorus herausforderte, den Stein mit der Hand zu verformen. Prompt drückte der Heilige auf den Stein und hinterließ dort eine Delle. Voller Furcht und Entsetzen verließ der Teufel fluchtartig den Ort.
Dann gab es beispielsweise einen sogenannten Pilzstein, nämlich einen Block, der geformt war wie ein Pilz. Auch fand sich ein Mühlrad aus Stein, das anscheinend schon vor Jahrhunderten hier angefertigt worden war. Spannend war vor allem ein Durchgang zwischen Steinblöcken, gerade so breit wie ein Mensch und etliche Meter lang. Wir konnten ihn bequem durchqueren – mit einem leicht mulmigen Höhlengefühl.
Der Pilzstein war nicht der einzige „Pilz“ auf unserer Heidenwanderung; keine Steine, sondern essbare Pilze begegneten uns ebenfalls auf dem Weg und wurden mit Freude gesammelt. Unser sehr gutes Mittagessen in der Latschenhütte bestand dann zwar nicht aus Pilzen, wir genossen es aber ausgiebig, mit Nachspeisen wie Mohnzelten und Mohnnudeln mit einem Spritzer Rum darüber.

Danach hatten wir doch noch einige Kilometer zu bewältigen und hätten vor Begeisterung über die diversen Granitfelsen durch eine sehr optimistische Einschätzung der Entfernung fast unseren Zug verpasst. Ein Sprint wie unserer in der Sommerhitze ist im Nachhinein erfreulich, wenn er gelingt. Im Zug konnten wir dann durchatmen.
Ein großer Dank gilt wieder unserer Wanderführung und unserer gesamten Begleitgruppe. Für uns blinde und sehbehinderte Personen ist es von ganz hohem Wert, diese Sondereindrücke aus der Natur verbunden mit unserer schönen Gemeinschaft erleben zu können.
Christine Hinkel

5. Juli 2025 Guglzipf

Der Guglzipf lässt grüßen
Dieser unser Wanderberg vom Samstag, dem 5. Juli trägt einen lustigen Namen; denn immer fällt mir in dem Zusammenhang der Gugelhupf ein. Tatsächlich begrüßte uns der Berg an diesem Hochsommertag von seiner schattigsten und damit freundlichsten Seite, als wollte er uns Appetit darauf machen, ihn mit seinen insgesamt ca. 475 Metern Höhe zu bewandern.
Von St. Veit an der Triesting wanderten wir an diesem Hochsommertag im Schatten des hohen Waldes aufwärts einmal auf Forstwegen, dann wieder auf schmalen Pfaden mit Wurzeln und Steinen, die aber dank unserer umsichtigen Begleitpersonen gut zu bewältigen waren. Interessant in dem üppigen Mischwald waren einige sehr alte, dicke Bäume, beispielsweise eine Föhre mit fast 1,5 m Durchmesser. Sie erinnerte mich stark an die Breite Föhre nahe Mödling, die mittlerweile nicht mehr existiert, die aber meine Kindheit noch begleitete. Gerade beim Aufstieg war uns der Waldesschatten höchst willkommen.
Der „Zipf“ im Bergnamen erwies sich in der Tat als ziemlich steil im Aufstieg. Ein wenig wie die lange Bommel auf einer Pullmankappe. Da mussten wir ungefähr 10 Minuten ordentlich schnaufen, um nach Überwindung des letzten Teils der wandermäßig gesamt ca.180 Höhenmeter bis zum Restaurant nahe dem Gipfel zu kommen. Dort machten wir es uns auf ein Getränk gemütlich, wobei die Personen mit den optischen Möglichkeiten auch das Panorama genießen konnten.
Den teilweise steinigen Abstieg schafften wir mit der kundigen Unterstützung unserer Begleitgruppe wieder tadellos und landeten damit in Berndorf zur Mittagseinkehr.
Weil wir gut im Zeitplan lagen, kam die Idee auf, noch den etwa 10 Gehminuten entfernten Eissalon zu besuchen. Unser Eilmarsch dorthin in der Mittagshitze verstärkte dann den Genuss und bildete den fröhlichen Abschluss unseres Wanderausflugs.
Im Namen unserer Betroffenengruppe danke ich allen sehr herzlich, die den stimmungsvollen Ausflug auf den Guglzipf in dieser oder jener Form mitgestaltet haben. Für uns verbindet sich die Erinnerung an ihn mit der Vorfreude auf die kommende Wanderung.
Christine Hinkel

2. Juli 2025 – Hochkar und Mendlingtal – Wir wandern und wir schweben

Wandern, schweben, erleben – all das konnten wir am 2. Juli bei unserem Ausflug zum Hochkar und ins Mendlingtal genießen. Das Prachtwetter bescherte uns den Tupfen auf dem I zu diesem Tag voll schöner Stunden.

Nach der bequemen Busfahrt schwebten wir mit dem Vierer-Sessellift zügig hinauf zur Bergstation ungefähr 50 m unter dem Gipfel des knapp über 1800 m hohen Hochkars. Es ist ein prickelndes Gefühl, fast wie schwerelos dahinzugleiten mit dem leichten Bergwind um die Nase, die den Duft des Sommers einfängt. Danach allerdings war es mit der Schwerelosigkeit vorbei, denn nun ging es an die Bewältigung des Weges bis zum Gipfel. Die Strecke war zwar eher kurz, aber abwechslungsreich: Es ging auf und ab, über beachtlich viel Geröll und hohe Steinstufen. Unseren Weg begleiteten farbenfrohe Bergblumen und die für diese Höhenlage oberhalb der Waldgrenze typischen Latschen. Selbst in dieser Höhe begann die Tour schweißtreibend zu werden, da es allmählich dem Mittag zuging. Etwas außer Atem landeten wir beim Gipfelkreuz, das wir auch betasten konnten.

Auf dem Rückweg zum Restaurant an der Bergstation waren wir flott unterwegs, vielleicht auch, weil uns der Magen zu knurren begann. Vor dem Mittagessen genehmigten wir uns aber noch ein Sondererlebnis, nämlich den nahegelegenen Skywalk. Selbst für uns blinde Personen ist er aufregend, weil das (sehr solide und bestens abgeschrankte) Stahlgerüst der Brücke beim Gehen leicht mitschwingt. So schaukelt man ein wenig in großer Höhe über dem Erdboden; man schwebt gewissermaßen. Einige Aussichtsplattformen um die Brücke herum runden das Sichterlebnis ab, wodurch sich ein großartiges Rundum-Panorama ergibt.

Auf das Schweben folgte das gute Essen im Restaurant, sozusagen die Überleitung zu unserer Nachmittagswanderung durch das als Erlebniswelt gestaltete Mendlingtal, das wir nach kurzer Busfahrt erreichten.

Das in einer imposanten Berglandschaft gelegene Tal wird durchflossen vom Mendlingbach. Früher wurde hier das gefällte Holz durch das Tal bach abwärts geflößt. Die Thematik des Erlebniswegs durch das Tal befasst sich daher vor allem mit dem Leben der Holzfäller und dem Flößen des Holzes. Beispielsweise findet sich in einem kleinen Haus ein Raum, in dem eine ganze Holzfäller Familie gelebt hat. Privatsphäre im Wohnbereich gab es da keine. Oder wir „besichtigten“ ein Wasserrad, das zum Antrieb einer Säge diente. Auch ist im Bachbett mittels fixierter Pfosten dargestellt, wie das gefällte Holz quasi in einer Rinne bacha bwärts geleitet wurde. Beeindruckend ist die Vielzahl an Holzbrücken und Steinstufen auf dem Weg durch das 4 km lange Tal. So führt zum Beispiel ein langer, schmaler Gang aus Lärchenholz direkt an einer Felswand entlang, zur Schlucht und dem Bach hin abgegrenzt durch ein solides Lärchenholzgeländer. Das Erlebnis von Berg, Bach, Fels und Wald lässt sich also angstfrei genießen. Als Gratiszugabe hatten wir die Sonne, die uns fast wie in einer Sauna zum Schwitzen brachte; wir hielten aber tapfer durch.

Am Talausgang fand sich noch eine Anzeigetafel: „Wien 115 km“; und außerdem Hinweise wie: Los Angeles an die 10.000 km, Johannesburg 8.000 km, Dubai 4.000 km… –

Nun, viel Wanderspaß!

Eine gute Jause im dortigen Lokal bildete den erfreulichen Abschluss des Tages.

Ein ganz herzlicher Dank all jenen, die durch ihr uneingeschränktes Engagement diesen Wanderausflug für uns erst möglich gemacht haben. Dieser 2. Juli ist für mich und sicher für alle aus unserem Kreis betroffener Personen ein Tag mit unvergesslichen Stunden.
Christine Hinkel

7. Juni 2025 – Carnuntum – Wandern mit Kultur Pur!

Das hat unsere Wandergruppe am 7. Juni in vollen Zügen in Carnuntum genossen. Am Vormittag konnten wir, an Hand der archäologischen Ausgrabungen in das Leben des antiken Rom eintauchen, während für den Nachmittag die Wanderung zum Heidentor auf dem Programm stand.
Cornelia, Archäologin und unsere Führerin durch das Museum und die römische Stadt, versorgte uns 2,5 Stunden lang mit interessanten Schilderungen über Leben und Treiben der damaligen am Limes, dem Grenzwall, gelegenen städtischen Anlage. Die Stadt hatte in ihrer Blütezeit 50.000 Einwohner und war ein bedeutendes Handelszentrum. 3 Jahre lang lebte in ihr um die Mitte des 2. Jahrhunderts nach Christus der römische Kaiser Marc Aurel.
Interessanterweise lagen damals die Grabstätten am Eingang zu den Städten. Ausgestellt sind Gräber für Menschen aller Altersstufen, auch Kleinkinder. Ein weitläufiges Grabmonument ist einem 26jährigen römischen Sklaven gewidmet. Man staunt über die hochwertige Bearbeitung der Steine mit ihren künstlerisch ausgestalteten Oberflächen.
Die Römer sind für ihren Straßenbau bekannt, den wir bewundern konnten: In Carnuntum bewegt man sich teilweise auf den mit den Originalsteinen gepflasterten Straßen, bei denen diese Steine das Erdreich fixieren. Die Straßen weisen aber große Unebenheiten auf, wodurch das Befahren sicher Mühe gekostet hat.
Bestaunen konnten wir verschiedene Objekte, so die großzügig angelegten Häuser eines Ölhändlers und eines Färbers, ein städtisches Wohnhaus und eine „Villa Urbana“ = Stadtvilla. Beim Begutachten der Trinkgefäße beeindruckte mich die elegante Form, nur sind die Gefäßwände so dick, dass das Trinken etwas unhandlich gewesen sein muss. Großzügigerweise konnten wir alles betasten, auch die Papyrusrollen und ein Wachstäfelchen zum Schreiben. Schließlich erklärte uns ein (Pseude) römischer Arzt seine „Kunst“; da sage ich mir vorsichtshalber: Man muss ja nicht alles ausprobieren!…
Ein Sondererlebnis war die römische Therme. Man fühlte sich tatsächlich in unsere Bäder versetzt, was die Räumlichkeiten betrifft. Viel Platz nahm auch schon zu jener Zeit der Wellnessbereich ein; die Reinigung des Körpers mit Öl und nachfolgendem Abschrubben stelle ich mir allerdings problematisch vor.
Zuletzt präsentierte uns eine sogenannte Hexe ein Fluch-Ritual auf Latein. Es kam bei den Römern vermutlich zur Abschreckung von Diebstählen zur Anwendung.
Nach einem sehr guten gemütlichen Mittagessen ging es ans intensivere Wandern zum Heidentor. Unterwegs war das Modell eines Amphitheaters ausgestellt, das wir mit Interesse begutachteten. Die Strecke war eben und bequem, doch nahm die Bewölkung zu, und als wir beim Heidentor ankamen, um zurück zum Bahnhof zu gelangen, begann es ordentlich zu regnen. Im Eilschritt erreichten wir die Station und waren froh, unser Wanderziel trotz des Wetters bewältigt zu haben.
Herzlichsten Dank wieder an unsere Begleitgruppe und die Wanderführung, die uns diesen interessanten Wanderausflug erst möglich gemacht hat.

Der Tag lässt sich gut und gerne überschreiben als – Inklusion, in die Praxis umgesetzt!
Christine Hinkel

3. Mai 2025 – Myrafälle-Biedermeier Erlebnisweg-Pernitz „Wenn Engel reisen“

Dann haben sie Wetterglück, so scheint es. Die Frage nach den Engeln bleibt zwar offen, doch durfte unsere Gruppe die Myrafälle am 3. Mai bei Pernitz tatsächlich bei bestem Wetter und angenehmen Temperaturen genießen. Der Frühling mit seiner aufblühenden Natur wärmt Herz und Sinne; dazu aber kommt als besonderer Eindruck der Wasserfall: Während wir gut ausgebaute, steile Treppen und unterschiedliche Holzbrücken aufwärts wanderten, begleitete uns sein Rauschen in beeindruckender Lautstärke. Seinerzeit betrieb das niederösterreichische Elektrizitätsversorgungsunternehmen (damals NEWAG) hier ein Kraftwerk, das aber mittlerweile aufgelassen ist. Der weiterhin vorhandene Stausee wies zwar kein Wasser auf, dafür aber jagten die Wassermassen mit Getöse den Steilen Hang hinab. Man wandert dahin und hört den Wasserfall die ganze Zeit irgendwo um sich herum. Ganz oben lässt sich das Spektakel von einer Aussichtsplattform rundum bewundern, und das ständige Rauschen macht den außergewöhnlichen Eindruck komplett. Der darauffolgende Abstecher zu einem stillgelegten Kalkofen führte uns gedanklich ein Stück in die Vergangenheit. Spannend zu wandern war es dann auf dem Biedermeier-Erlebnisweg, so berichtete die Gruppe von uns, die sich dafür entschied. Wir Übrigen wählten eine bequemere Waldroute hinüber nach Pernitz zur fröhlichen Schlusseinkehr. Punktgenau als die „Biedermeier“-Wanderer das Restaurant betraten, begann es draußen kräftig zu gießen. Von drinnen hört sich der regen gemütlich an, überrascht er einen aber beim Wandern, würde man gerne darauf verzichten. Wir jedenfalls freuten uns bei Geplauder und gutem Essen über unsere gelungene Wanderung und das Wetterglück und hatten wieder allen Grund, uns bei den Organisierenden und den Begleitpersonen herzlich zu bedanken.
Christine Hinkel

5. April 2025 – Welterbesteig Etappe 4 – das erste Drittel des Weges – Überraschung in der Wachau

Wir brauchten offensichtlich Abwechslung bei unserer Wanderung am 5. April auf der 4. Etappe des UNESCO-Weltkulturerbe-Wanderwegs in der Wachau. Jedenfalls hat unsere Wanderführung umsichtig dafür gesorgt, dass alles bestens lief.

Bei gutem Wetter starteten wir in Spitz zügig bergauf zwischen den Weinbergen, begleitet von einem Bach, dessen Plätschern wir genossen. Allmählich verschmälerte sich der Weg aber zu einem Pfad, der zunehmend unwegsamer wurde, zumindest für unsere Verhältnisse. Das Hochwasser des letzten Herbstes dürfte hier gröbere Schäden verursacht haben. Überrascht waren wir verständlicherweise, wenn auch wenig erfreut.

Unsere Begleitgruppe bewältigte die Situation perfekt, doch mussten wir aus Zeit- und Kraftgründen zur Straße abzweigen, die uns nach einigen Kilometern zur Busstation brachte. Dort nahmen wir den Bus nach Mühldorf zur Mittagseinkehr ins „Weiße Rössl“. Hier wiederum kam die nächste Überraschung: Ein flottes, ausgezeichnetes Service rundete die gediegene Küche ab. Damit lagen wir bequem in der Zeit und machten uns gemütlich auf zur Rückreise mit dem Bus. Eine Person aus unserer Begleitgruppe machte außerdem eine unerwartete Entdeckung: eine erfolgreiche Spurensuche nach Verwandten aus der Kindheit.

Damit uns nicht langweilig wurde, konnten wir bei unserer Fahrt mit dem Bus bis Krems staunen, wie viele Personen ein solcher Bus im Notfall schafft: Restliche Stehplätze gab es keine mehr, aber bequem Luft zum Atmen. Ausbreiten konnten wir uns dann im Café nahe dem Bahnhof in Krems, wo wir uns noch einmal stärkten.

Einen herzlichen Dank an die Wanderführung und die gesamte Begleitgruppe für diesen so gelungenen Wandertag trotz Turbulenzen. Die Wanderungen mit euch sind immer ein Genuss.
Christine Hinkel

14. 03. 2025 – Erste Hilfe Auffrischung

Heute trafen 13 Wissbegierige einander im Haus des Blindenverbandes, um ihr Wissen über Erste Hilfe wieder aufzufrischen. Es war ein hervorragender Vortrag, wie man als Ersthelfer Leben retten kann.
Auch konnten wir 5 Interessierte vom Blindenverband willkommen heißen!
Danke Irmgard und für euere fleißige Mitarbeit!

08. 03. 2025 – Wanderung zum Kristallgarten im Gut Guntrams

In Stein gemeißelt!
So lässt sich unsere Wanderung zum Gut Guntrams/Kristallgarten am 8. März 2025 überschreiben; denn wie mit dem Meißel bearbeitet waren das Schönwetter und unsere gute Laune, ebenso aber viele Oberflächen der Felsblöcke im Kristallgarten.
Seebenstein erreichten wir bequem mit der Südbahn und wanderten danach ca.3 km auf sonnenbeschienenen Forstwegen zu unserem Mittagszielort Guntrams. Bei einer Gesamtlänge der Wanderung von 6 km mit rund 150 m Höhenunterschied konnte man sich gut miteinander unterhalten, und diese Chance nützten wir ausgiebig.
Vor der Führung durch den Kristallgarten in Guntrams kam der Genuss: Wir speisten hervorragend im angeschlossenen Hotel und erwarteten neugierig, was die Steine uns erzählen würden. Ein südliches Flair grüßte uns zuvor in der dortigen Orangerie, in der wir die einzelnen Pflanzen ausgiebig betasten konnten. Am Ausgang zum Kristallgarten fand sich schließlich ein riesiger 400 Jahre alter Olivenbaum, neben dessen massigem Stamm ich mir wie zwergenhaft vorkam.
Der Kristallgarten selbst bot reichlich Objekte zum Bestaunen: Zahlreiche tonnenschwere Felsblöcke zeigten sich den Besuchern sichtbar und auch deutlich tastbar in ihren jeweils markanten kristallinen Strukturen. So wird einem auch tastend bewusst, wie die Vielfalt an Mustern, wie sie in der Natur existiert, sich auch bei den Steinen findet. Ein Gestein, das man bei uns wenig kennt, nennt sich Labradorit. Lustigerweise kam mir zuerst der Hund und nicht die geographische Bedeutung in den Sinn. Ein ausgefallenes Schaustück war ein riesiges, steinschweres Gebilde aus versteinertem Holz. Man konnte daran deutlich die Maserung tasten wie an Baumstämmen. Der gesamte Kristallgarten bedeutete für mich ein Tasterlebnis erster Klasse.
Gefüllt mit Leckerbissen aus Kulinarik und Kultur marschierten wir die übrigen 3 km zum Bahnhof in Pitten und traten von dort die Heimreise an.
Danke an das Team unserer immer aufmerksamen und freundlichen Begleitpersonen. Sie verschaffen uns Erfahrungen von Seltenheitswert und gestalten so unser Leben positiv mit.
Christine Hinkel

1. Februar 2025-Wanderung durch den Märchenwald

Da das Wetter heute halbwegs gut war, fuhren wir mit der Bahn ins Steinfeld, nach Sankt Egyden. Wanderung durch einen Wald, bestehend aus Schwarzföhren (Samen aus Nürnberg). Dieser wurde bereits 1497 von Kaiser Maximilian I. angelegt (siehe auch https://www.waldgeschichten.com/fakten-wissen/die-geschichte-des-grossen-wiener-neustaedter-foehrenwaldes/). Wir wanderten auf teilweise mit Moos bedeckten Wegen, wie auf einem Teppich. Am Ende der Wanderung besuchten wir noch einen Märchenwald, wo Figuren und Geschichten zu sehen waren. Diese Anlage wurde vom Gasthaus Schwarz liebevoll gestaltet. Nach einer kräftigen Stärkung im Gasthaus, ging es zurück zum Bahnhof und nach Hause.
Robert

4. Jänner 2025-Wanderung im Schlosspark von Laxenburg

Auf kaiserlichen Wegen: Wandern im Schlosspark Laxenburg
Wir hatten mit unserer heurigen Jännerwanderung großes Wetterglück: Es gab kein Glatteis im Schlosspark Laxenburg, wo wir 9 km recht gemütlich auf den Spuren imperialer Freizeitgestaltung „lustwandelten“. Nun, gut 30 Stunden später, ist es vor unserer Haustür spiegelglatt.
Ja, die Menschen damals wussten auch sehr gut, wie man entspannt. Wir genossen die Winterluft und die Sonnenstrahlen auf den bequemen Wegen durch die mit Bäumen durchsetzte Wiesenlandschaft. Reizvoll dabei sind vor allem die romantischen Kanäle und der Schlossteich. Zur Auflockerung tragen auch die vielfältigen Bauwerke und Skulpturen bei: kleine Pavillons, Tempel, spielerische Schnitzereien an den Wänden…Der Teich hat mich daran erinnert, wie meine Mutter und ich vor vielen Jahren an Sommertagen im Ruderboot dort unterwegs waren.
Es muss schön sein, hoch zu Ross durch den Park zu traben und sich dabei den Wind um die Nase wehen zu lassen; aber auch für uns als Wandergruppe bot sich sehr viel: So konnten wir die Pflanzen auf unserem Weg betasten. Eine Tafel auf dem Lehrpfad wies darauf hin, dass es vor allem Eiben, Eichen und Pyramidenpappeln im Park gibt, also Bäume, die man nicht überall findet.

Unsere fröhliche Wanderung endete bei einem ausgezeichneten Mittagessen im Laxenburger Hof, wo wir noch ausgiebig weiterplaudern konnten. Wandern und Gemeinschaft gehören zusammen, das zeigen uns Betroffenen unsere Begleitpersonen. Ihnen allen einen besonderen Dank.
Christine Hinkel

 

Zurück zu Wandererinnerungen

Die mobile Version verlassen